6 klassische Haltungsfehler bei der Massage

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Massagetherapie verhilft den Menschen zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit. Als Massagetherapeut*in arbeitet man dabei mit vollem Fokus und Achtsamkeit an Kunden- und Patientenstamm und verbessert durch die passenden Behandlungen, Anwendungen und Grifftechniken deren Lebensqualität.

Was im Berufsalltag oft auf der Strecke bleibt: Die eigene gesunde Körperhaltung.

Gerade Einsteiger*innen neigen zu Beginn der Therapeutenlaufbahn zu typischen Haltungsfehlern. Diese können zum einen kurzfristig die Qualität und Wirksamkeit der ausgeübten Massage negativ beeinflussen und zum anderen langfristig zu gesundheitlichen Problemen und Haltungsschäden führen. Zweiteres stellt eine Bedrohung für die Gesundheit und somit auch eine langfristige Karriere als Massagetherapeut*in dar.

Damit es nicht so weit kommt, zeigen wir Dir hier 6 klassische Haltungsfehler bei der Massage und wie Du diese vermeiden kannst:

 

1. Aufrechte Kopfhaltung

Der Kopf ist im Durchschnitt 6 Kilogramm schwer. Also gar nicht so leicht, wie man vielleicht denkt. Die Nackenmuskulatur allein ist für das Stemmen dieses Gewichts nicht geeignet. Achtet man nicht auf eine aufrechte Kopfhaltung und Wirbelsäule und versucht stattdessen das Balancieren des Kopfes über die Nackenmuskulatur zu kompensieren, führt dies zu starken Verspannungen im Nackenbereich. Das möchten wir tunlichst vermeiden! Der Kopf sollte daher immer gerade auf der Körperachse sitzen und die Wirbelsäule entspannt und gerade mit ihrer typischen Doppel-S Form nach unten führen.

 

2. Ausnutzen der Armlänge

Ist man zu konzentriert, passiert es schnell, dass man mit dem Gesicht viel zu nah an den eigenen Händen arbeitet. Nutze also schon von Anfang an bewusst deine komplette Armlänge aus und bewahre mit dem Oberkörper so genug Abstand zum Patienten bzw. Kunden. Das unterstützt die aufrechte Kopfhaltung (siehe Punkt 1) und hilft dir bei dem richtigen Einsatz deiner Kraft.

 

3. Öffnung & Entspannung des Oberkörpers

Achten wir nicht aktiv darauf Nacken, Schultern und Arme zu entspannen, so neigen wir zu einem verschlossenen Oberkörper und starken Rundrücken. Diese Haltung führt neben Nackenverspannungen auch zu einer Verkürzungen der Sehnen und Muskeln in Brust, Armen und Schultern. Zusätzlich leidet die Qualität der Massage. Denn diese Haltung führt auch dazu, dass die eigene Kraft nicht richtig eingesetzt werden kann. Schau also bereits zu Beginn der Massage, dass du eine leichte Öffnung im Oberkörper hast und dadurch den Rundrücken vermeidest.

 

 

4. Hocke statt Rundrücken

Eine klassische Angewohnheit, die wir bei unseren Schülerinnen und Schülern zu Beginn immer wieder beobachten: Möchte man näher am Kunden arbeiten, wird die Haltung durch ein Herunterbeugen mit gekrümmten Rücken korrigiert. Das Bücken mit einem Rundrücken führt allerdings zu einer fatalen Körperhaltung, welche nicht zuletzt die Entstehung chronischer Rückenschmerzen begünstigt. Richtig ist, die Höhe statt nur mit dem Rücken, mit dem gesamten Körper zu korrigieren. Dazu solltest du daran denken, mit geradem Rücken in die Knie zu gehen. Im Falle einer kräftigeren Massage (beispielsweise Triggerpunkt) ist hoher Kraftaufwand gefragt. Hierbei solltest du deine Achse über dem Kunden verlagern und dir so den Einsatz deines gesamten Körpergewichts ermöglichen.

Ein gerader Rücken ist die Faustregel. Um dies zu verinnerlichen, kannst du die gerade Haltung besonders gut bei sanften Massagen üben. Je öfters du dies übst, desto mehr kannst du es verinnerlichen, bis es zu deiner festen Gewohnheit wird.

 

5. Stabile Fußhaltung

Deine Füße bilden das Fundament einer gesunden, geraden Körperhaltung. Um einen festen und gesunden Stand zu bekommen und für Höhenkorrekturen (siehe Punkt 4) problemlos in die Knie gehen zu können, solltest du deine Füße bei der Massage  etwas mehr als hüftbreit und parallel nebeneinander aufstellen. Brauchst du für eine Massage etwas mehr Kraft, dann verhilft dir ein kleiner Ausfallschritt zu besserer Stabilität. Dadurch kannst du sauber mit der Hüfte arbeiten und bleibst beweglich. Wichtig ist, dass deine Knie über deinen Füßen positioniert sind. Denn leider kommt es am Anfang der Massageausbildung oft zu der sogenannten „Flamingostellung“. Dabei wird das Körpergewicht einseitig auf die eine Hüfte verlagert und die andere Hüfte durch einen seitlichen Ausfallschritt fälschlich "entlastet". Wie du dir denken kannst sind die Füße und Knie hier weder auf einer Linie, noch stehen deine Füße hüftbreit auseinander.  Langfristig schädigt diese Art von falscher Schonhaltung die Knie und den Rücken. Denn durch den entstandenen Schiefstand der Hüfte muss die Wirbelsäule sich statisch selbst auskorrigieren.

Wichtig also: Das Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilen, Schultern öffnen, Rücken gerade und Kopf oben halten. Diese Haltung erlaubt dir, bei Bedarf locker in die Knie zu gehen und sauber zu arbeiten.

 

6. Unterstützende Handposition

Die Hände sind dein fast wichtigstes Werkzeug, mit welchen du diesen Beruf hoffentlich jahrelang und mit viel Freude ausüben kannst. Auch hier schleichen sich schnell Haltungsfehler ein, welche zu langfristigen Schäden führen können. Gerade beim Aufbau von Druck mit einzelnen Fingern ist es wichtig, dass diese dabei passive Unterstützung durch die anderen Finger bekommen. Nutzt du beispielsweise aktiv deine Daumen, dann lege die restlichen Finger dabei entspannt an der zu bearbeitenden Fläche ab, sodass diese die Daumen passiv stützen. Dadurch kann ohne Bedenken auch der ganze Körper bei der Massage eingesetzt werden (siehe Punkt 4). In etwa muss man sich die Haltung in diesem Fall wie bei einem Liegestütz vorstellen.

 

Wir hoffen unsere Tipps zu diesen 6 klassischen Haltungsfehlern bei der Massage helfen dir dabei, nachhaltig die Qualität deiner Massagen zu verbessern und vor allem eine gesunde Körperhaltung zu etablieren und zu priorisieren. Davon profitierst du sowohl beruflich als auch privat und vermeidest somit selbst Patient*in zu werden.

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