Die Wirkung der ayurvedischen Massage auf den menschlichen Körper

Mit Ayurveda gesund in Körper, Geist und Seele

Ayurveda ist eine mehr als 6000 Jahre alte ganzheitliche Gesundheitslehre, in der Körper, Geist und Seele des Menschen berücksichtigt werden. Sie dient der Prävention, dem Erhalt der Gesundheit, der Regeneration des Organismus und der Lebensführung. Dementsprechend vielfältig ist die Wirkung der ayurvedischen Massagen.

Ayurvedische Massage – Wirkung

„Die“ ayurvedische Massage gibt es nicht. Vielmehr existieren verschiedene ayurvedische Massagen und Massagetechniken. Welche ideal ist, hängt vom Verhältnis der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha ab. Sie können als die drei Konstitutionen oder Gemütsarten bezeichnet werden und befinden sich in einem gesunden Körper im Gleichgewicht. Ist ein Ungleichgewicht entstanden, ist im Ayurveda der Schlüssel zur Wiederherstellung der inneren Harmonie zu finden.

Die ayurvedische Fußmassage beispielsweise, für die sich Menschen häufig interessieren, ist eine Form der Reflexzonentherapie. Sie ist auch unter dem Begriff Padabhyanga bekannt und stimuliert bestimmte Marma-Punkte. Dies sind Bereiche, in denen Muskeln, Knochen, Venen, Arterien, Gelenke, Sehnen und Energiebahnen aufeinandertreffen. So stärkt eine Massage der Kshipra-Punkte zwischen dem 1. und 2. Zeh Herz sowie Atmung und steuert die Bildung der Lymphe.

Eine Stimulation des Gulpa-Punktes oberhalb des Knöchels regt die Lungentätigkeit an, löst Verkrampfungen, Steifheit und Verspannungen. Widmet sich der Masseur dem Kurchashira-Punkt unterhalb des Knöchels, werden verkrampfte Muskulatur entspannt und der Muskeltonus gestärkt.

Durch gezieltes Bearbeiten des Kurcha-Punktes mittig unterhalb des Zehengrundgelenks lassen sich das Sehvermögen stärken, die Wahrnehmung von Hör-, Tast-, Geschmacks- und Geruchssinn steuern.

Eine Massage des Talahridaya-Punktes im Zentrum der Fußsohle stärkt Lungenfunktion und kontrolliert die Bildung der Lymphe. Auch wenn nur die Füße massiert werden, hat die ayurvedische Fußmassage einen starken energetischen Einfluss auf den gesamten Körper. Deshalb sollte bei Fieber, Infektionskrankheiten, Hautkrankheiten, nach einer Operation, bei Thromboseneigung, Venenentzündungen und ausgedehnten Krampfadern sowie in der Schwangerschaft auf diese Art der Massage verzichtet werden. Bei Tumorerkrankung ist vorher ein Arzt zu konsultieren.

Ayurvedische Rückenmassage

Eine ebenfalls starke energetische Wirkung und diverse Kontraindikationen hat die ayurvedische Rückenmassage. Sie wird auch als Kundalini-Massage bezeichnet, erweckt die Schlangenkraft und lenkt sie entlang der Wirbelsäule nach oben. Sie regt, kurz gesagt, das Nervensystem an, wirkt entspannend, konzentrationsfördernd und reinigend.

Wesentlich breiter in der Anwendung sowie angenehmer und einfacher zu erlernen, ist die Abhyanga – die ayurvedische Ganzkörpermassage. Als effektive Behandlung, die der äußeren Reinigung dient, ist sie für fast jeden Menschen geeignet. Sie stärkt zum Beispiel das Immunsystem und das Nervensystem, verbessert den Lymphfluss, das Sehvermögen, den Stoffwechsel sowie das Hautbild und erhöht durch ihre entspannende Wirkung die Schlafqualität.

Zusammen mit der Abhyanga lässt sich gut eine Ayurveda-Kopfmassage anwenden. Die Ayurveda-Kopfmassage wird auch als Shiroabhyanga bezeichnet und idealerweise in Verbindung mit der Ayurveda-Gesichtsmassage, der Mukabhyanga, gegeben.

Die Ayurveda-Kopfmassage und die Ayurveda-Gesichtsmassage beeinflussen zum Beispiel Schuppenbildung, Kopfhaut, Haarausfall, Kopfschmerzen, schlechte Durchblutung der Kopf- und Gesichtshaut sowie der Kopforgane wie Augen, Nase und Ohren, aber auch Verspannungen, Stress, Nervosität, Müdigkeit und Schlafstörungen positiv.

Ayurveda-Öle – Wirkung

Damit die Massagen optimal wirken können, sollte der Masseur ein Öl verwenden, das zur jeweiligen Konstitution passt. Für alle Doshas geeignet sind Sesamöl und Mandelöl. Darüber hinaus sind für Vata Olivenöl oder Aprikosenkernöl zu empfehlen, für Pitta Kokosöl, Olivenöl oder Aprikosenkernöl und für Kapha Senfsamenöl oder Kokosöl.

Welches Öl gewählt wird, hängt sowohl von der Wirkung als auch von persönlichen Vorlieben ab. Denn Sesamöl zum Beispiel hat zwar eine besonders gute Wirkung, aber einen starken Eigengeruch. Deshalb kommt oft das geruchlose Mandelöl zum Einsatz, auch wenn es weniger gut wirkt.

Die Wirkung des Öls entsteht dadurch, dass seine Inhaltsstoffe von der Haut absorbiert werden. Es löst Abfallprodukte der Haut sowie der Schicht darunter auf und lässt sie durch die Poren ausscheiden. Die Abfallprodukte werden dann beim anschließenden Waschen oder bei Nachbehandlungen beseitigt. So reinigt und festigt Öl das Gewebe und die Haut, verbessert den Teint sowie die Struktur und stärkt sie gegen Infektionen, was sich wiederum positiv auf die Seele auswirkt.

Ayurvedische Kräuter – Wirkung

Die Öle können je nach Dosha mit Kräutern angereichert werden. Für Vata sind Muskat, Anis und Nelken empfehlenswert. Sie haben wärmende, entspannende Wirkung. Für Pitta haben sich Safran oder Sandelholz mit ihrer kühlenden, beruhigenden Wirkung bewährt. Bei Kapha kommen Ingwer oder Koriander zum Einsatz. Sie beleben und wärmen.

Darüber hinaus werden Kräuter häufig bei Abhyanga-Nachbehandlungen verwendet. Beispiele sind Svedana – eine Schwitztherapie mit ayurvedischem Kräuterdampf – und Jambira Pinda Sveda – auch bekannt als Kräuterstempelmassage – mit verschiedenen Kräutern wie Ingwer, Zitronen und Kokos.

Des Weiteren zählt dazu Udvartana. Dabei handelt es sich um eine Einreibung mit heißem Kräuterpulver, bei der gemahlene Kichererbsen verwendet werden, die anschließend geröstet werden. Sie binden Flüssigkeit und nehmen überschüssiges Öl nach einer Abhyanga ab. Daher stellt Udvartana auch die beste Nachbehandlung dar.

Fazit: In Bezug auf die Wirkung der ayurvedischen Massagen gibt es viele Aspekte zu berücksichtigen. Daher ist eine solide Ausbildung von entscheidender Bedeutung für den Massageerfolg.

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